Da die Person, die den Input vorbereitet hatte nur begrenzt Zeit hatte wurden Berichte und Ankündigungen ans Ende der AVV verschoben.
Input:
Im Zuge der Privatisierung sozialer Verantwortlichkeiten in den 90er Jahren ist
Kapital „frei“ geworden mit dem vermehrt an den Finanzmärkten spekuliert wurde.
Zugleich entkoppelten sich die Finanzmärkte zunehmend von der Realwirtschaft,
die Staaten lösten Regulationen und schafften die Voraussetzungen dafür das
immer größere Kapitalströme sich grenzenlos bewegen ließen. Die Summen mit denen
dabei spekuliert wurden hatten längst keinen realen Gegenwert mehr. Schließlich
kam es u.a. durch die freizügige Kreditvergabe in den USA im Zuge des
Immobilienbooms zu einer „Bankenkrise“ als die ungedeckten Kredite platzten und
die Baken riesige Finanzielleeinbußen in kauf nehmen mussten. In der BRD waren
vor allem die Landesbanken betroffen die besonders viele faule Kredite in ihren
Depots angehäuft hatten. Als den Banken der Konkurs drohte griff der Staat ein
und refinanzierte die drohenden Ausfälle. Die Folge war, dass sich diverse
Staaten in den Jahren 07/08 extrem überschuldeten und schließlich selbst in
Finanziellenöte gerieten. Um die Liquidität des Staats aufrecht zu erhalten
benötigt dieser neue Einnahmen und die, so die These, wird er sich dort
beschaffen wo er sie am einfachsten bekommt. Bei denen, die ohnehin schon wenig
haben. Was derzeit in Griechenland durchgedrückt wird, soll auch anderswo Einzug
erhalten und auch in de BRD wird das Streichkonzert nicht lange auf sich warten
lassen.
Dann folgten Ergänzungen und einzelne Beiträge:
Die Debatten die wir derzeit medial miterleben dürfen drehen sich häufig um
die Stärkung des Staates, dieser soll seine Handlungsfähigkeit unter Beweis
stellen und mit neuen Regulierungen den „Markt“ unter Kontrolle halten.
Neuer Aspekt ist auch, das China sich anbietet zu investieren und
Machtzentren sich weiter verschieben.
Die Idee des Neoliberalismus ist es einer kleinen Elite immer mehr Geld zu
zu schanzen. Das funktioniert in einer Demokratie aber nur solange wie es
allen „gut“ geht. Ansonsten müssen Mitbestimmungsmöglichkeiten eingeschränkt
werden. Beispiel Griechenland da steht seit Monaten das halbe Volk auf der
Straße nur das interessiert halt keinen. In der BRD gibt es Beschränkungen
z.B. dadurch, dass in vielen Ländern nur noch alle fünf Jahre gewählt wird
und immer mehr auf der Metaebene EU entschieden wird.
Es wird gespalten indem gesagt wird „ja die Griechen die haben das versaut
und die sollen das nun auch selber wieder hinbekommen“ also „wir“ gegen „die“.
Es ergab sich die Frage was wäre wichtig zu tun?
Diskussion:
Schön wäre es wenn eine gewisse Sensibilität existieren würde, so das wenn
etwas passiert auch hier die Leute auf den Straßen wären und sagen würden ne
das machen wir nicht mit.
Ja das wäre schön nur ist es ein Kampf mit vielen Gegner_innen Staat,
Unternehmen, Gewerkschaften etc. Es bedarf nicht nur einer „Abwehrbewegung“
gegen einzelne Aspekte, sondern aufgeklärte Leute die sich gegen die
herrschende Scheiße insgesamt wehren.
Ein Ansatz wäre das ganze etwas mehr zusammen zu führen und sich zu
organisieren. In der PGA Szene gab es mal global recht viele Kontakte um
sich Auszutauschen, derzeit ist die aber zumindest in der EU so gut wie tot.
Dennoch existieren noch Kontakte mit denen versucht werden könnte sich unter
verschiedenen Länder auszutauschen.
PGA kam allerdings immer ehr über eine gemeinsame Praxis zusammen weniger
als Diskussionsforum. Gäbe es denn die Möglichkeit einer gemeinsamen Praxis?
Und wen schließen wir dann aus?
Wo sollten wir versuchen unsere Kräfte zu bündeln?
Die Strukturen und Probleme in den einzelnen Ländern sind so
unterschiedlich, dass es zweifelhaft ist ob mensch tatsächlich so viel von
einander lernen könnte.
Macht es derzeit nicht mehr Sinn sich lokal zu betätigen? Es gibt eine menge
Menschen die sich für dieses Thema interessieren und die für alternativen
offen sind. Generell geht es doch auch darum die eigenen Ideen bekannt zu
machen. Linksradikale Positionen gehören vermehrt in die Debatte.
Ja aber dafür bedarf es auch einer Vorstellung was wir eigentlich wollen!
Was sind den unser Vorschläge Staat zerschlagen, klein Ökonomie und eigener
Gemüseanbau?
Offen blieb die Frage was ehr gewollt ist, sich über z.B. eine PGA Konferenz zu
organisieren oder sich an lokalen Organisierungen zu beteiligen. Klar war, dass
eine PGA Konferenz nur von mehreren Gruppen in HB getragen werden könnte.
Deswegen soll auf der nächsten AVV kurz geklärt werden ob Einzelne oder
Zusammenhänge dazu eine Position für sich gefunden haben.
Berichte:
Am 15.11. gab es eine Anti Atom Demo die allerdings nur schlecht besucht war
ebenso wie anschließende Sponti bezüglich der Roten Flora.
Des weiteren gab es kurze Berichte zur Demo in HH und dem Besuch bei den
bremer Grünen (siehe z.B. EndofRoad).
Ankündigungen:
Die Uni feiert ihr 40ig Jähriges und beleuchtet ihre eigene Geschichte recht
selektiv. Deswegen soll es am 7.12. und am 14.12. selbstorganisierte
Veranstaltungen geben um auf einige blinde Flecken der Uni-Geschichte
auszuleuchten.
Themenvorschlag:
Es sollte auf die „ewige Themen-Liste“ geschaut werden.
Es gab den Vorschlag unsere eigenen Utopien und den Weg dorthin zu diskutieren.
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