+++Was war los?+++
Zwei Anti-Atom-Fahrraddemos fanden statt mit erstaunlich vielen und interessanten Stationen und Redebeiträgen zunächst bei denen, die die Atomtransporte durchführen/verantworten (z.B. BLG, Kieserling, Transkem) und dann bei den Firmen/Banken/Institutionen, die am Atomgeschäft verdienen (Deutsche Bahn, Rheinmetall, RWE, SWB, Alstom, Commerzbank, Allianz, Deutsche Bank). Beide Touren lockten leider nur recht wenig Menschen.
Zwei Naziprozesse fanden statt. Nach sehr milden Urteilen (Geldstrafen) im Prozess gegen sieben Angeklagte wegen des Überfalls im Ostkurvensaal wurde von drei Nazi-Hools Berufung eingelegt. Es gab zum Prozess auch eine gute Demo. Außerdem läuft noch ein weiterer Prozess gegen Bremer Nazis, nämlich gegen Sturm Wiking wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und wegen des Überfalls auf das Lidice-Haus.
Die Rote Hilfe Bremen startete einen Blog im Internet.
MieterInnen mehrerer Häuser im Viertel sahen sich mit einer 20%igen Mieterhöhung konfrontiert; neuer Hauseigentümer ist Imogrund und die Häuser sollen verkauft werden. Das ist kein Einzelfall und so gab es ein Treffen mit anderen Betroffennen.
+++Was kommt?+++
Der Castor. Und zwar am letzten Novemberwochenende, der soll am 24.11. los und am 26. ins Wendland kommen. Dazu gibt es in Bremen einige Termine, die bald auch gesammelt als Flyer und online parat sein sollen. Es gibt wieder eine „große“ Infoveranstaltung in der Woche vor dem Transport, der genaue Ort & Termin werden noch bekanntgegeben. Hingewiesen sei hier außerdem schonmal auf folgende Termine:
-Filmabend von Lisa, 20.10., 16-18uhr, Uni, GW2-Treppen
-Schottern 2.0, Info & Diskussion von Avanti am 18.10., 14 Uhr, Uni, Glashalle
-Castor-Soli-Cocktailbar 15.10., SWH
Es laufen Vorbereitungen um ein Volksbegehren und letzlich einen Volksentscheid herbeizuführen mit dem Ziel, eine Teilentwidmung der Bremer Häfen zu erzwingen und die Atomtransporte über Bremen zu stoppen.
+++Umgang mit Facebook & Co+++
Es ging darum, wie in der Abwägung der Risiken und des Potentials von Facebook & Co ein verantwortungsvoller Umgang aussehen kann, oder ob vielleicht die Nichtnutzung der einzige verantwortungsvolle Umgang ist. Die Datensammelwut und zentralisierte Struktur des kommerziellen Riesen Facebook ist bekannt und nicht unangenehmer Nebeneffekt sondern Sinn der Sache. Die NutzerInnen sind Ware und nicht KundInnen. Weniger bekannt war, dass über „Like“-Buttons auch auf beliebigen Seiten außerhalb Facebooks Daten von Nicht-Facebook-NutzerInnen gesammelt werden. Nun ist es schon scheiße genug für kommerzielle Zwecke ausgespäht zu werden, aber auch andere SchnüfflerInnen können solche Netzwerke nutzen – und tun das auch. Sowohl zur Bespitzelung wie zur Selbstdarstellung und Fahndung. Es gab bereits Fälle von Denunziationen von/durch NutzerInnen. Dabei gibt es neben der persönlichen Gefährdung durch „verdächtiges Verhalten“ und die Bereitstellung unglaublich vieler leicht verknüpfbarer Informationen (u.a. Bewegungsbild, Adresse, IP, polit. Einstellung, Aussehen,FreundInnen usw.)immer auch das Risiko andere zu gefährden. Schwuppdiwupp sind Menschen in einem Raster, wo sie nicht rein wollten und nicht rein sollten: Kontaktschuld gibt es auch bei Facebook. Und zur Aufklärung von konkreten Netzwerkbeziehungen innerhalb einer vermeintlich undurchdringbaren Datenflut reicht, so eine Studie aus Holland, schon die Überwachung eines Bruchteils von 8%. Prinzipiell ist die Idee und Möglichkeit globaler direkter Kommunikation und Vernetzung online nicht per se was Furchtbares sondern ganz im Gegenteil absolut wünschenswert. Es braucht Räume für sowas, das Problem bei Facebook und Co ist aber eben der Rahmen/die Struktur. Zudem kann realer Austausch nicht ersetzt werden. Aber z.B. in Spanien funktionierte diese Art der Kommunikation als Vorbereitung für reale Bewegung. Teils auch bei den Aufständen im arabischen Raum, wobei angemerkt wurde, dass die Rolle hier oft überschätzt werde während andere Faktoren wie vorausgehende Streiks vernachlässigt würden und es auch länderspezifische Unterschiede gab/gibt.
Ganz schnell ganz viele Menschen erreichen zu können, die sonst nicht so erreicht werden, weil sie nicht komplett Polit-Szene-vernetzt sind, bietet vielelicht Potential für Mobilisierungen. Eine Gruppe hat da wohl auch gute Erfahrungen gemacht, nichtsdestotrotz bleibt Skepsis ob ein „Like“-Klick auf die Demo-Seite XY auch wirklich die Bereitschaft zu kommen impliziert. Es gibt auch unkommerzielle und dezentral funktionierende Alternativen (Diaspora, crabgrass), die sicherer genutzt werden können aber natürlich nicht die Breitenwirkung von Facebook haben.
Allerdings könnten die vor allem in einigen repressionsfreudigen Ländern schnell Zulauf bekommen.
Schlussendlich noch zwei praktische Hinweise:
-Link zum Skripte-blockieren: http://noscript.net/
-Link um von Facebook gesammelte Daten anzufordern:
http://www.europe-v-facebook.org/DE/Daten_verlangen_/daten_verlangen_.html
+++nächstes Thema+++
Vorgeschlagen wurde, sich mit der Finanz-/Wirtschafts-/System-Krise in den europäischen Ländern zu beschäftigen, sich anzuschauen, wie von den Rändern Europas ausgehend eine Umstrukturierung stattfindet und weiter vorbereitet wird, die Sozialstaat und ArbeitnehmerInnenrechte massiv zurückschneidet. Das Thema soll vor allem im Hinblick auf das, was da noch kommt und wie dem begegnet werden kann behandelt werden. Außerdem vorgeschlagen aber erstmal zurückgestellt wurde das Thema Computersicherheit.
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