Protokoll vom 9. Mai 2010

1. *Berichte und Ankündigungen*

* über die Veranstaltungsreihe „Habt ihr noch Helme im Keller“: Die
Veranstaltungen waren bisher alle sehr gut besucht, die
TeilnehmerInnen kamen aus unterschiedlichen Spektren und die
Atmosphäre war sehr angenehm.

* über den 1. Mai in Oldenburg (siehe indymedia Artikel)

* über die mayday Aktion in Bremen (siehe mayday Internet Seite)

* Reclaim the streets in Bremen (siehe end of road blog)

* *Nazi Aktionswoche in Delmenhorst:*

Nazis machen am Mittwoch, 12.5 um 14 Uhr einen Stand auf dem
Marktplatz in Delmenhorst zum Thema „Bundeswehr raus aus
Afghanistan“. Am Samstag, 15.5 um 11 Uhr haben sie eine Kundgebung
angemeldet

* *Veranstaltung zu Griechenland*

Es gibt jd., der gerne eine Veranstaltung zu Griechenland im
Paradox organisieren würde. Es werden noch Leute gesucht, die Lust
haben, die VA mit zu organisieren.

* *Reaktion auf den aktuellen Diskurs um Griechenland*

Es wurde das Bedürfnis geäußert, sich zum Thema Griechenland aus
linksradikaler Perspektive zu äußern, sei es über einen Flyer,
Plakat, Kundgebung etc. Hintergrund ist die aktuelle Hetzkampagne
in Politik und Medien zur Frage der Staatsschulden Griechenlands.
=> es gibt ein paar Leute, die sich dazu Gedanken machen

2. *Selbstreflexion:*

Am Anfang gab es eine kurze Zusammenfassung der Diskussion auf der letzten AVV (s. Protokoll vom letzten Mal). Anschließend wurden verschiedene Aspekte diskutiert.

In der Zusammenfassung wurden zwei Positionen zum Inhalt der AVV gegenüber gestellt.

Auf der einen Seite das Bedürfnis auf der AVV linksradikale Politik immer wieder anhand der folgenden Fragen zu reflektieren: wo stehen wir und was bedeutet linksradikale Politik? Welche Analyse von Gesellschaft haben wir und was leiten wir für unsere Praxis ab? Diese Fragen sollten sich wie ein roter Faden durch alle Themen ziehen, die auf der AVV diskutiert werden und damit eine kontinuierliche Diskussion ermöglichen. Als positives Beispiel hierfür wurde die Diskussion über soziale Kämpfe auf der AVV genannt.

Auf der anderen Seite steht, der Zusammenfassung zufolge, das Bedürfnis konkretere Themen linksradikaler Politik zu diskutieren, wie z.B. den Umgang mit Repression, Burnout, Sicherheit, Polizeistrategien. Als positives Beispiel wurde hierzu die Diskussion über Spontandemos genannt mit konkreten, praxisnahen Ergebnissen.

Diese Gegenüberstellung wurde nicht von allen geteilt. Letztlich seien beide Aspekte wichtig und gut miteinander vereinbar. Es wurde geäußert, dass der Anschein bestehe, als gäbe es eine „Themenbulerei“ um die wichtigsten Themen, bzw. das Gefühl, einige Themen würden in den Vordergrund gestellt. So seien Themen, die über zwei oder mehr Sitzungen diskutiert würden, dominant. Die AVV sei keine AG zu speziellen Themen und es sei wichtig, dass Leute jederzeit zur AVV kommen können und in die Diskussion einsteigen können, ohne dass sie die vorherigen Male dort gewesen sein müssen.

Dagegen wurde noch einmal unterstrichen, dass es in der Gegenüberstellung nicht darum gehe, spezielle Themen, wie z.B. soziale Kämpfe gegenüber anderen Themen in den Vordergrund zu rücken, sondern um die Art und Weise, wie, mit welchem Ziel und mit welchen Fragen Themen diskutiert werden.

Es kam zu einer längeren Diskussion über die Offenheit der AVV und Inhalte autonomer Politik. Die unterschiedlichen Auffassungen über Ziel, Inhalt und Form autonomer Politik führten zu dem Wunsch, auf der AVV am 6.6. darüber zu diskutieren, was für uns jeweils autonome Politik bedeutet/beinhaltet. Es wurde die These aufgestellt, dass die unterschiedlichen Positionen zu dieser Frage bereits in den bisherigen Diskussionen zwischen den Zeilen angeklungen seien, aber nie direkt angesprochen und diskutiert wurden. Dabei wurde auch die Kritik geäußert, dass es allgemein in szeninternen Diskussionen wenig um unterschiedliche Grundsatzpositionen gehe bzw. diese wenig direkt kontrovers diskutiert würden. Vielmehr gäbe es in Bremen viele Vorurteile zwischen unterschiedlichen Gruppen, jedoch komme es selten zu einer direkten inhaltlichen Auseinandersetzung. Es sei wichtig eine „Streitkultur“ zu entwickeln. Es wurde dabei auch nochmal betont, dass die AVV keine Gruppe ist oder werden will und daher auch keine einheitliche Position erarbeitet werden muss und unterschiedliche Ansichten nebeneinander bestehen können.

Neben der AVV am 6.6 wurde sich darauf geeinigt, in Zukunft alle Themen vor dem Hintergrund der Frage: „Was verstehen wir jeweils unter autonomer Politik?“ zu diskutieren. Letztlich schließt diese Diskussion an die oben genannten „Roter Faden“– Fragen an, die Grundlage der jeweiligen Diskussionen sein sollten. Zudem wurde geäußert, dass es einfacher ist, wenn Themen eingegrenzt bzw. konkreter diskutiert werden.

Im Zusammenhang mit der Diskussion über den Inhalt autonomer Politik ist auch nochmal das Selbstverständnis der AVV erwähnt worden, dass vor ein paar Monaten geschrieben wurde und als vorläufiger Entwurf noch weiter zu diskutieren wäre (das Selbstverständnis ist auf dem blog der AVV zu finden). So könnten einige der diskutierten Punkte in das Selbstverständnis aufgenommen und nochmal genauer beschrieben werden, was Ziel und Inhalt der AVV sein soll. Für die Diskussion des Selbstverständnis wurde die AVV am 20.06. festgelegt. Letztlich wird das Selbstverständnis jeweils aus dem Prozess auf der AVV weiterentwickelt, es sollte aber nicht im Mittelpunkt stehen, so dass wir uns nur noch um „uns“ drehen.

Zum email Verteiler der AVV: Es sei unklar, was der Anspruch des Verteilers ist und wer im Verteiler alles ist. Allgemein wurde es eher als positiv empfunden, dass der Verteiler nicht so viel genutzt wird. Es wurde vorgeschlagen den verteiler neben der Verbreitung der Protokolle auch dafür zu nutzen, inhaltliche Texte, die zu den jeweiligen Themen der AVV Bezug nehmen herum zu schicken.

Zu den Protokollen: es wurde gebeten, dass die Protokolle so geschrieben werden, dass sie auch für außenstehende verständlich sind (Leute von AVVs aus Berlin etc.) und die Diskussionen auf der AVV auch inhaltlich richtig wiedergeben. Da Wahrnehmungen und Interpretationen oft unterschiedlich sind, wurde vereinbart, dass Protokolle erst über den Verteiler geschickt werden, so dass Personen ggf. Sachen korrigieren können. Nach einer Woche kann das Protokoll dann auf den blog gestellt werden.

Die ewige Themenliste: es gibt eine Liste von Themen für die AVV. Bisher stehen dort: Umgang mit Repression, Sicherheit, Burnout, Polizeistrategien, Verhältnis Asta — linksradikale Szene, Autonome Anti-AKW Politik, (Karawanetreffen?). Es war nicht klar, wie mit dieser Liste umgegangen wird/werden soll, weil der Eindruck besteht, dass manche Themen schon ewig auf der Liste stehen und nicht“drankommen“. Letztlich wurde nochmal gesagt, dass Leute, die ein Thema diskutieren wollen, dieses vorbereiten und ankündigen müssen, damit ein fester Termin dafür gesetzt werden kann. Es sollte jedoch nicht so sein, dass die Themen der AVV für die nächsten Monate schon im Voraus alle feststehen. Die Liste der Themen sollte auch nochmal über den Verteiler geschickt werden.

Um in Zukunft eine anonyme Kontaktaufnahme zu ermöglichen, wurde die Einrichtung eines Briefkastens beschlossen. Es soll ein Postfach im Infoladen eingerichtet werden.

3. *Beschlüsse:*

Hier nochmal eine Zusammenfassung der Beschlüsse:

* auf der AVV am 06.06. soll über das Thema „Was ist für uns jeweils
autonome Politik“ diskutiert werden

* auf der AVV am 20.06. soll über das Selbstverständnis diskutiert
werden

* Die ewige Themenliste soll unter jedem Protokoll aufgeführt werden

* bis zur nächsten AVV wird ein Postfach im Infoladen eingerichtet

4. *Ewige Themenliste:*

* (Anti-)Repression

* Sicherheit

* Burnout

* Polizeistrategien

* Autonome Anti-AKW-Politik

5. *Nächste AVV*

Die nächste AVV findet am 23.05. zum Thema „Verhältnis von autonomer Bewegung/radikaler Linken und AStA“ statt.


1 Antwort auf „Protokoll vom 9. Mai 2010“


  1. 1 woody guthrie 21. Juni 2010 um 17:43 Uhr

    … komisch, was ihr so auf der agenda habt gerade. wie wärs, wenn in bremen mal wieder wirklich (autonome) politik gemacht würde? was ist mit dem 3.oktober? habt ihr den überhaupt auf´m schirm? langsam wirds spät. wenn ihr da noch was auf die beine stellen wollt…
    das müssen mal ordentlich bilder produziert werden, da muss kultur der deutschen normal-scheisse entgegengesezt werden, … der 3. oktober wär auch mal ne möglichkeit die billigen, peinlichen identitären grabenkämpfe zwischen sogenannten anti-deutschen und wem auch immer beizulegen. da geht es eh nie um inhalte und die eine wie die andere seite kratzt sich gegenseitig an der oberfläche…

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